Professor-Hilde-Goldschmidt-Preis 2023 an Bernd Oppl

Sonderausstellung “Wir Tiroler sind lustig” 25.5.-26.10.2024
8. November 2023
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Professor-Hilde-Goldschmidt-Preis 2023 an Bernd Oppl

 

Die Jury der „Professor-Hilde-Goldschmidt-Stiftung“ mit Gert Ammann (Vorsitz), Günther Dankl, Innsbruck, Martin Hochleitner, Salzburg, Edelbert Köb, Wien, und Marion Piffer Damiani, Brixen, hat einstimmig den Preis für das Jahr 2023 Bernd Oppl zuerkannt.

Der „Professor-Hilde-Goldschmidt-Preis“ wird am Mittwoch, den 26. Juni 2024, um 18 Uhr im Museum Kitzbühel – Sammlung Alfons Walde an Bernd Oppl verliehen. Die Würdigung wird Professor Edelbert Köb, Wien, vornehmen.

Jurybegründung

Bernd Oppl, geboren 1980 in Innsbruck, studierte an der Kunstuniversität Linz Malerei und Grafik und an der Akademie der bildenden Künste in Wien Video und Videoinstallation. Seine konzeptuelle, explizit multi- und transmediale Kunst entspricht in hohem Maß der Widmung des Prof.-Hilde-Goldschmidt-Preises: Verbindet sie doch die Reflexion zeitgenössischer Phänomene und Diskurse mit inhaltlicher Komplexität, technologischer Vielfalt und unverwechselbarer formaler Sprache.

Schon sehr bald nach Studienende werden Räume als "Behälter von Lebenssituationen" unterschiedlichster Art zur zentralen künstlerischen Ausdruckswelt Bernd Oppls. Die Räume sind aus seinen Erinnerungen und Träumen geboren, durch selbst erlebte Alltagssituationen initiiert oder durch zufällig gefundenes oder medial konsumiertes Bildmaterial angeregt. In Raummodelle bzw. in Dioramen von höchster Präzision übersetzt, mutieren sie in der Folge zunehmend zu Raummaschinen, in denen Geschehnisse ablaufen, die in realen Räumen nicht möglich wären. Die beweglichen Raumobjekte können in Wasserbehälter versenkt oder eingefroren werden, in ihnen kann mit unterschiedlichsten Materialien, Kräften und fotografischen Medien experimentiert werden. Raumkulissen werden damit zu performativen Objekten.

Allen Arbeiten gemeinsam ist, dass sie menschenleer sind, um den BetrachterInnen Platz für eigene Geschichten, Gefühle und Assoziationen zu lassen – gleichgültig ob es sich um einen öden Warteraum, ein Fernsehstudio, eine Karaoke Bar, ein Internetcafé oder einen halbdunklen Schlafraum mit offenem Laptop auf dem Bett handelt. "In meinen Installationen werden die Räume selbst zu Protagonisten und beginnen von sich aus zu erzählen, was in ihnen geschieht oder nicht geschieht."

In Oppls Dioramen verbinden sich die Disziplinen Architektur, Design, Bildhauerei und Malerei auf subtile Weise mit Konstruktion, Licht und Bewegung, mit wechselnden und unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen. So leistet er etwa mit der Mobilisierung von Festem und Flüssigem in völlig neutralen Raummodellen durch Magnetismus und Strömungen einen faszinierenden Beitrag zur Definition eines erweiterten Skulpturenbegriffs.

Sein um das Verschwimmen der Grenzen zwischen physischem und medialen Räumen kreisende Work in Progress hat Bernd Oppl zuletzt um die Ebene des realen Raumes erweitert. Dadurch eröffnen sich weite neue Felder für seine singulären Übersetzungen der dinglichen in eine bildhafte Welt. (Edelbert Köb)

 

 

 

Der Professor-Hilde-Goldschmidt-Preis
Die am 6. August 1980 verstorbene Malerin Hilde Goldschmidt verfügte testamentarisch eine Stiftung, die u. a. die Förderung von österreichischen oder in Österreich lebenden jungen Künstlerinnen und Künstlern mit dem „Professor-Hilde-Goldschmidt-Preis“ zum Inhalt hat.

Hilde Goldschmidt wurde am 7. September 1897 in Leipzig geboren. Nach dem Akademiestudium in Leipzig 1914/17 war sie 1920/23 Meisterschülerin von Oskar Kokoschka in Dresden. Studienreisen führten sie 1923 nach New York, 1926/27 nach Paris und Südfrankreich, 1929 nach Italien. 1933 übersiedelte Goldschmidt nach Kitzbühel, 1939 emigrierte sie nach England. Die Verbindung zu Kokoschka lebte in der Emigration 1943 in England und nach ihrer Rückkehr nach Kitzbühel 1950 in Salzburg auf. Auf Grund ihrer besonderen Verdienste wurde ihr 1974 der Titel „Professor“ verliehen. Die „Professor-Hilde-Goldschmidt-Stiftung“ verfolgt die Pflege des künstlerischen Lebenswerkes der Stifterin. Der „Professor-Hilde-Goldschmidt-Preis“ wurde 1997 zum ersten Mal, bis 2011 mit Ausnahme von 2007 jährlich verliehen, ab 2011 wird er alle zwei Jahre verliehen und ist mit Euro 7.500 dotiert.

Die Preisträger des „Professor-Hilde-Goldschmidt-Preiswaren 1997 Swetlana Heger & Plamen Dejanov, 1998 Rainer Ganahl, 1999 Dorit Margreiter, 2000 Jun Yang, 2001 Hans Schabus, 2002 Uli Aigner, 2003 Florian Pumhösl, 2004 Marco Lulic, 2005 Markus Schinwald, 2006 Susanne Jirkuff, 2008 Andreas Fogarasi, 2009 Anna Artaker, 2010 Klaus Mosettig, 2011 Annja Krautgasser, 2013 Nilbar Güres, 2015 Christian Eisenberger, 2017 Nicolo Degiorgis, 2019 Claudia Larcher und 2021 Simona Obholzer.

 

PRESSEKONTAKT

Dr. Gert Ammann, mobil +43 (0) 664 9196061, gert.ammann@chello.at

Innsbruck, 10.6.2024

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