SCHAULUST. DIE EROTISCHE FOTOGRAFIE VON ALFONS WALDE

Alfons Walde (1891-1958) ist Maler von Weltgeltung, seine Schneelandschaften und Wintersportmotive sind so populär wie gesucht und haben das Bild Tirols und insbesondere Kitzbühels als mondänes Mekka für Alpinisten geprägt. Kaum bekannt dagegen ist Waldes Passion für die Fotografie, die er vor dem Ersten Weltkrieg für sich entdeckte.

Das Museum Kitzbühel Sammlung Alfons Walde gewährt mit der von Rebekka Reuter und Peter Weiermair für das Fotomuseum WestLicht kuratierten Schau einen Einblick in das fotografische Archiv des Künstlers, dessen Fokus auf dem weiblichen Akt liegt. Klassische Posen aus der kunsthistorischen Tradition wechseln dabei mit aufreizenden, eher spielerischen Inszenierungen.

Gegenüberstellungen mit Zeichnungen und Gemälden zeigen, dass Walde den damals neuen Farbfilm von Agfa und die Leica als fotografisches Skizzenbuch für seine Malerei nutzte. Vor allem aber geht es um das lustvolle Schauen an sich – die Fotografien sind nicht nur künstlerische Vorstudie, sondern auch erotisches Vorspiel.


Aus der Fülle des fotografischen Nachlasses – etwa 250 Schwarz-Weiß-Filmrollen, 2.000 Farbdiapositive, Vintageprints und Kontaktbögen – wurden rund 120 Motive ausgewählt, fotografiert vor allem in den 1920er bis 1940er Jahren. Neben den Silbergelatineprints aus der Zeit der Aufnahme sind für die Ausstellung angefertigte Neuabzüge von den Originalnegativen und Farbdias zu sehen. Dabei wurde der Charakter des Ausgangsmaterials mit Alterungsspuren wie den typischen Verfärbungen des Diafilms soweit wie möglich beibehalten.

15. Februar - 23. Mai 2015

 

 (Foto:©Alfons Walde / Bildrecht, 2014, Wien)