Nicolò Degiorgis im Museum Kitzbühel

Ausstellung Schätze aus dem Alten Kitzbühel
22. Dezember 2017

Nicolò Degiorgis im Museum Kitzbühel

Anlässlich der Verleihung des Prof.-Goldschmidt-Preises 2017 an Nicolò Degiorgis wird im Foyer des Museums Kitzbühel  eine kleinen Auswahl seiner Werke präsentiert.

Der 1985 in Bozen (Südtirol) geborene Fotograf,  Verleger und Kurator, studierte orientalische Sprachen in Venedig und Peking und lehrt in Bozen an der Freien Universität und im Gefängnis künstlerische Fotografie. Im Zentrum seiner künstlerischen Praxis stehen neben der Fotografie vervielfältigte Druckerzeugnisse wie das Buch, das Journal, das Faltblatt oder auch die Postkarte. Produziert und vertrieben wird im eigenen Verlag „Rorhof“ mit Sitz im Heimathaus in Bozen.

Was den Künstler antreibt, ist nach eigener Aussage ein konzentrierter und bewusster Umgang mit Bildern, nicht nur mit den eigenen Fotografien, sondern fallweise auch mit gefundenen oder öffentlichen Materialien, etwa aus dem Internet. Thematisiert werden Sachverhalte und Fragestellungen aus Geschichte, Gesellschaft, Identität oder Repräsentation. Im Fokus steht nicht das spektakuläre Einzelbild, sondern die künstlerische Recherche und ihre Bearbeitung mittels gezielter Reproduktionstechniken, Anordnungen und Faltungen.

Das verlegerische Werk des Künstlers steht beispielhaft für das Potential und die Widerständigkeit des Mediums Künstlerbuch gegenüber einer oft bewusstlosen oder spekulativen massenmedialen Bildproduktion.

Aber nicht nur die Produktion, sondern auch die Distribution und die Präsentation der Werke sind Bestandteil der künstlerischen Praxis von Nicolò Degiorgis. So gelingt es ihm gleichermaßen, seine Buchprojekte in ein räumliches Wirkungsfeld zu übertragen oder auch als Kurator komplexe Fragestellungen – wie zuletzt in der von ihm kuratierten Ausstellung „Hämatli und Patriae“ (2017) im Museion Bozen – in größeren Verflechtungen und Zusammenhängen zu präsentieren.

 (Marion Piffer Damiani)  

 

Hidden Islam. 2009-2014

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